Digital Music Facts 2008

Eine Studie, die die 10 grössten deutschen Musikdownload-Portale untersucht und das User-Verhalten analysiert.

Ein kleiner Auszug aus den Ergebnisse:

  • 72% der User bevorzugen das MP3 Format
  • 20,46% bevorzugen das Genre Jazz
  • 68% der Downloads werden über iTunes gemacht
  • 27,38% finden, ein Album sollte € 4.99 kosten
  • 12% haben Aggressionen gegen die Musikindustrie

Das PDF "Digital Music Facts 2008" hier

Social Media für Musiker

Auf der Facebook-Pinnwand von CD-Baby wurde dieser Blog-Post veröffentlicht: "Social Networking – Beyond MySpace, Facebook, and Twitter"

Ich habe den Artikel gespannt gelesen. Die meisten Netzwerke kannte ich schon und benütze sie auch. Unbekannt war mir Sellaband und Lafango. Der Post von Host Baby ist gut und gibt am Schluss eine wertvolle Zusammenfassung für das Social Media-Konzept einer Band:

Now it’s important to remember when reaching out to your fans to first make your website the hub of information. Think of social networks as your fishing poles and your website as your boat. All those social networks should draw people to your website. Having your own branded  site is incredibly important.  It’s great to have your content in other people’s stores, you should have your own store and promote yourself the way you want, on a site that’s all about you and that you control.

Frei übersetzt nach Aleksz: Vergesst eure eigene Website vor lauter Social Media nicht!

Aleksz-the-hub
Jemand anderer Meinung?

 

Schicksal von unsigned artists?

Meiner Verwunderung und meinem Ärger muss ich jetzt schon Luft lassen. Nachdem ich mit Begeisterung an meiner neuen Website gearbeitet habe (www.aleksz.com) musste ich heute leider einen Dämpfer kassieren. Mein bisheriger Vertragspartner für den digitalen Vertrieb hat unseren Vertrag gekündigt. Das bedeutet, dass ab Juli 2010 meine CD "New Dimension" aus dem Download-Verkauf zurückgezogen wird. Die Begründung ist natürlich der kleine Gewinn, den sie mit meinem Produkt erwirtschaften können. O-Ton Vertriebspartner:

Seit dem Beginn des digitalen Vertriebs Deines Albums "New Dimension" am 13. August 2007 konnten wir Dir lediglich ca. zehn Franken rapportieren. Diese niedrigen Umsätze decken unsere Kosten leider nicht, und da keine nennenswerte Umsatzsteigerung zu erwarten ist, so möchten wir den Lizenzvertrag hiermit termingemäss auflösen.

Ich habe schon verschiedentlich darauf hingewiesen (Twitter, Facebook), wie wenig Geld ein Künstler pro Download erhält. Für einen Download über iTunes gibt's 0.62 CHF, über eMusic 0.29 CHF. Für einen Stream auf MySpace gibts 0.0004 CHF. In den fast 3 Jahren konnte ich so nur 7.73 CHF einbringen. Logisch! Ob mir dieser Betrag aber ausbezahlt wird von meinem Vertragspartner ist noch fraglich, da in jedem ihrer Mails steht "Auszahlung ab 20 CHF". Aber glaubt mir, für meine 7.73 werde ich noch kämpfen.

Also, was ist zu tun als unsiged artist (Künstler ohne Major-Vertrag)? Natürlich kann ich meine CD "New Dimension" bei cdbaby.com anmelden. Ich zahle 100 Dollar und meine CD kommt wieder auf alle Download-Plattformen inklusive iTunes. "Queen of cups" ist schon auf CDBaby und CDBaby leistet auch einen super Dienst. Das einzige Manko ist, dass CDBaby vorallem für US-Künstler attraktiv ist. Ausländische Künstler gehen natürlich unter in der Masse an Angeboten. Um die investierten 100 Dollar wieder einzuspielen müsste ich 162 Downloads über iTunes verzeichnen können.

Die andere Variante ist, ich lasse meine Songs weiterhin über bandcamp.com laufen, die eben auch einen super Dienst machen! Das Einstellen kostet nichts, lediglich beim effektiven Verkauf wird ein kleiner Teil vom Verkaufspreis abgezogen. So was ist für eine Künstlerin natürlich von Anfang an ein Gewinn. Vom ersten Verkauf an wird Gewinn eingefahren, auch wenn es weiterhin nur 0.50 CHF pro Download sind.

Der selbe Effekt passiert auch beim Thema CD-Pressen. Bis 2007 mit "new Dimension" habe ich noch CDs pressen lassen. 1000 Stück habe ich hergestellt. 700 Stück habe ich noch im Keller an Lager. Die reinen Presskosten sind zwar eingefahren, aber der ganze Ressourcenverbrauch, der jetzt ungenutzt brachliegt, liegt mir etwas auf dem Magen. Deswegen habe ich mich für die 2009-Produktionen "Pneuma" und "Spatium" entschieden, nur noch CDs auf Anfrage selber zu brennen und die Songs als Download anzubieten. So gesehen sollte mich die Vetragsauflösung des Vetriebspartners nicht erschüttern. Aber etwas emotional ist die Sache halt schon. Und wer oder wie nun die Streaming-Entschädigungen gezahlt werden, die über MySpace etc. getätigt werden, ist mir schleierhaft. Meine alten Songs sind ja SUISA geschützt und unterliegen so dem Urheberrecht, das entschädigt werden müsste. Aber vermehrt setze ich meine Songs unter das CC-Urheberrecht, statt wie bisher unter SUISA-Recht. Denn auch bei der SUISA werden zuerst vorallem die Mega-Stars ausbezahlt (Ausschüttung nennt sich das) und wenn das Geld dann noch reicht, dann kommst vielleicht zu den Kleinen.

Es ist nicht leicht, die richtige Entscheidung zu treffen als unsigned artist. Alleine zu kämpfen bringt einem scheinbar wohl nicht allzu weit, aber sich in die Verbünde einzugliedern auch nicht wirklich.

Wie macht ihr das, liebe unsigned artists?

Gigs finanziell nicht machbar

Einer meiner Lieblings-Musikblogs ist "Der Wahrheit in die Musikbusiness - Die Träume der Musiker und die harte Realität" http://derwahrheit.wordpress.com 

Ich gebe zu, der Titel des Blogs ist etwas seltsam. Grammatikalischer Fehler oder Masche? Der Autor des Blog ist auch unbekannt. Er sagt von sich (ich vermute mal, es handelt sich um einen Mann), er und seine Band hätten einen beachtlichen Erfolg gehabt mit allem drum und dran. Nach zwei Jahren war der Spuk vorbei. Woran das lag, hab ich noch nicht rausgefunden.

Auch wenn ich nie einen Major Label-Deal hatte, kann ich das meiste, was er schreibt nachvollziehen und mit eigenen Erfahrungen ergänzen. Es ist tatsächlich so, dass die Erfahrungen die selben sind, egal in welchem Radius wir beide uns bewegen.

Einer meiner Lieblingsposts ist der mit dem Geld verdienen an Live-Gigs und der allgemeinen Aussage von allen die einem gute Ratschläge geben: "Du musst halt mehr auftreten". Liest mal den Artikel und dann wisst ihr, warum ich nicht so viele Live-Gigs machen. Geschweige denn eine Deutschland-Tour für meine 3 Twitter-Fans durchführen kann ;-)